14. Mai 2013. 10 Jahre kookbooks – Labor für Poesie als Lebensform. Das Geburtstagsfest im Theaterdiscounter Berlin. Ab 19 Uhr. 

Lesungen, Konzerte, Performances, Bildkunst, Tanz, Büffet.

Mit Susie Asado, Jan Böttcher / Daniel Falb / Alexander Gumz / Martina Hefter / Johannes Jansen / Tristan Marquardt / Pierangelo Maset / Steffen Popp / Karla Reimert / Monika Rinck / Annika Scheffel / Friederike Scheffler / Sabine Scho / Tom Schulz / Daniela Seel / Farhad Showghi / Ulf Stolterfoht / Andreas Töpfer / Mathias Traxler / Linus Westheuser / Ron Winkler / Uljana Wolf und Special Guests.

Wie wir es bis hierher geschafft haben, ist uns selbst nicht ganz klar: 10 Jahre kookbooks. Das muss gefeiert werden! Mit Lesungen, Konzerten, Performances und Bildkunst, mit Tanz und Büffet.

Wie alles anfing: Für die taz ist es 2003 die “spektakulärste”, für das Börsenblatt für den deutschen Buchhandel die “erfrischendste” Verlagsgründung der letzten Jahre. Denis Scheck bescheinigt in ARD-Druckfrisch “nicht nur gute, sondern auch schöne Bücher in so liebevoll zeitgemäßer Ästhetik, dass man sie jederzeit auch einfach als Kunstobjekte verschenken kann”. Eine begeisterte NZZ formuliert: “Die Utopie eines jungen, innovativen Literaturverlags, die Daniela Seel jetzt realisiert hat, hielten die präpotenten Experten für völlig blauäuig. Nun zeigt uns eine dreissigjährige Verlegerin, dass literarische Leidenschaft eben doch Berge versetzen kann.” Die Berliner Morgenpost sieht “eine Kampfansage an das literarische Fertiggericht”. Und die Qvest ruft die Dichter-Verlegerin in einem legendär gewordenen, wenngleich zweifelhaften Vergleich gar zur “Ché Guevara der deutschen Verlagswirtschaft” aus.
 
Und heute? 55 Bücher - und etliche Auszeichnungen für Autor_innen, Verlag und nicht zuletzt für Art Director Andreas Töpfer - nach Gründung schreibt die Literaturwerkstatt Berlin auf ihrer Website: “Die wichtigsten Lyrikverlage in Deutschland, womit fängt man an? In diesem Fall ist die Antwort leicht, denn was täten wir ohne kookbooks? Seit genau 10 Jahren ist dieser Verlag eine poetische Fundgrube ohne Vergleich und die Liste der Autoren, die hier ihre Heimat und Zuflucht gefunden haben, liest sich wie ein Lexikoneintrag ‚Deutsche Lyrik des 21. Jh.?, verfasst im Jahre 2050. Jede Lyrikbibliothek ohne kookbooks ist eine traurige Sache.”
 
Doch die Bedingungen für unabhängiges Publizieren und Poesie als Lebensform sind keineswegs leichter geworden, seit kookbooks im Mai 2003 aus dem Künstler_innennetzwerk KOOK heraus gegründet wurde. Immer am Rand des Prekären oder darüber hinaus verstehen wir kookbooks 2013 mehr denn je als notwendiges Institut zur Dichter_innenselbstverteidigung. Was unter anderem meint, dass die Beteiligten zwar entschieden dafür leben, aber kaum davon, denn – DAS AMORTISIERT SICH NICHT.

Wir sind gespannt, wohin uns das noch bringen wird, und laden herzlich ein, ungedeckt mit uns zu feiern!

www.kookbooks.de

Die Drei von der Parkbank: Alexander Gumz, Bruno Franceschini, Jan Böttcher (v.l.n.r)

Was 1998 als „Künstler für Künstler“- Label zwischen drei Berliner Musikbands startete, ist heute ein Texttonnetzwerk, das auf Veröffentlichungen und Veranstaltungen von und mit rund 400 Künstlern aus den Bereichen Musik, Literatur, bildende Kunst, Film und Performance setzen kann.

Der Name KOOK geht auf einen englischen Slangausdruck zurück: Kooks sind eher Spinner als Träumer. Auf der Suche nach eigenwilligen KünstlerInnen entstand neben dem Plattenlabel folgerichtig in 2000 auch eine fünfköpfige Redaktion für junge Literatur. Seitdem gibt KOOK Text und Ton eine Bühne, nicht selten eine gemeinsame.

Heute leiten die Berliner Autoren und Musiker Jan Böttcher, Bruno Franceschini und Alexander Gumz das Musikllabel KOOKmusic. Die Literaturredaktion KOOKread besteht aus den Autor/innen Jan Böttcher, Alexander Gumz, Karla Reimert, Daniela Seel und Uljana Wolf.

(Foto: Katja Zimmermann)

Dank LITradio kann man sich die Lesung vom 4.10. im .HBC

mit Ann Cotten, Greta Granderath, Alexander Gumz, Simone Kornappel. Björn Kuhligk, Tristan Marquardt, Sabine Scho, Jan Skudlarek, Ron Winkler, Uljana Wolf und Stephan Porombka

hier anhören.

Die Anthologie "Flarf Berlin - 95 Netzgedichte" kann man bestellen, z.B. direkt bei der Edition Pächterhaus.

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